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Die To-do-Liste wird nie leer: Wie Du das aushältst, ohne Dich zu verlieren

Autorenbild: Joana Schön
Joana Schön
vor 4 Stunden
3 Min. Lesezeit
Joana Schön über volle To-do-Listen, Prioritäten und Selbstfürsorge – Burnout-Prophylaxe Coach Rapperswil

«Wie machst du das alles?» Diese Frage höre ich ständig, meistens bewundernd. Ehrlich gesagt: Manchmal frage ich sie mich selbst.


Meine Standardantwort ist kurz: Ich gebe mein Bestes. Dabei achte ich auf mich. Das stimmt auch. Aber es ist nur die halbe Wahrheit. Die andere Hälfte hat mit einer Liste zu tun, die nie leer wird.



Es gibt kein Geheimnis. Es gibt eine Haltung.


Ich baue Strukturen. Ich spüre früh, wo etwas jeden Tag ein bisschen Kraft kostet. Dann löse ich es einmal sauber auf, statt es täglich neu auszuhalten. Das kostet im ersten Moment mehr Arbeit. Es trägt aber langfristig. Ich bin kein Fan von Schnellschüssen.


Das gilt nicht nur für Selbstständige. Wenn Du angestellt bist: Welche Aufgabe kostet Dich jede Woche Kraft, weil unklar ist, wer zuständig ist? Ein einziges Gespräch, das das klärt, spart zehn Wochen Ärger. Wenn Du Mutter bist: der Morgen, der jeden Tag im Chaos endet. Ein fester Platz für die Turnschuhe, eine Absprache, die nicht täglich neu verhandelt wird. Das ist Fundament.



Wissen, wann genug optimiert ist


Es gibt Dinge, von denen ich mich bewusst distanziere. Kein Zehnjahresplan im Moment. Die Website nicht zum hundertsten Mal umbauen. Nicht, weil das unwichtig wäre, sondern weil es jetzt keine Priorität hat.


Optimieren ist oft nur eine elegante Form, nicht loszugehen. Fertig wird man nicht durch Perfektion. Fertig wird man durch Entscheidung. Irgendwann muss man wissen, wann genug optimiert ist. Dann darf man den Weg einfach gehen.



Die Liste wird nie leer. Das ist ein gutes Zeichen.


Seit dem ersten Tag meiner Selbstständigkeit ist meine Liste nie leer geworden. Am Anfang hat mich das gestresst. Bis mir jemand gesagt hat: Ein Unternehmer mit leerer To-do-Liste hat vor allem ein Problem. Ein Unternehmen, das nicht läuft.


Da hat es klick gemacht. Wer etwas tut, das ihn begeistert, hat Ideen. Ständig. Mehr, als man je umsetzen kann. Die volle Liste ist kein Zeichen von Versagen. Sie ist ein Zeichen, dass Du lebendig bist. Ideen sind übrigens kein Auftrag. Nur weil Dir etwas einfällt, musst Du es nicht tun.



Wo sitzt Dein schlechtes Gewissen?


Mein schlechtes Gewissen meldet sich fast nie beim Unternehmen. Es meldet sich an den Tagen, an denen ich merke, dass ich zu wenig auf mich selbst geachtet habe. Bei den meisten Menschen ist es umgekehrt: Das schlechte Gewissen sitzt beim Nichtstun, beim Ausruhen, beim Absagen.


Falls es bei Dir bei der Arbeit sitzt, sei nicht streng mit Dir. So sind die meisten von uns erzogen worden: Fleiss ist eine Tugend, Ruhe ist Faulheit. Nur stimmt das nicht. Ruhe ist die Voraussetzung dafür, dass Fleiss überhaupt etwas bringt.



Rollläden runter, auch bei Sonnenschein


Ein Satz, den ich im Coaching erstaunlich oft höre: «Wenn die Sonne scheint, muss ich doch raus.» Als ob die Sonne etwas dafür könnte. Das eigene Bedürfnis, einfach mal auf dem Sofa zu liegen, hat gegen den Wetterbericht keine Chance.


Du darfst die Rollläden herunterlassen. Auch bei Sonnenschein. Deine Bedürfnisse stehen über dem Wetter, über dem Kalender, über dem, was andere an einem schönen Tag erwarten. Das ist kein Egoismus. Es ist die Grundlage dafür, dass Du morgen wieder für andere da sein kannst.


«Der Unterschied ist nicht die Länge der Liste. Der Unterschied ist, wer das Sagen hat. Die Liste oder Du.» – Joana Schön



Die ganze Folge zum Anhören


In Folge 5 erzähle ich, wie ich meine Herbstferien vorbereitet habe, damit ich sie wirklich geniessen kann. Dazu mein Mitnehmsel in zwei Teilen: eine Sache bewusst nicht tun, eine Reibung ein einziges Mal lösen.




Betrifft Dich etwas davon direkt?


Wenn Du das Gefühl hast, dass Deine Liste das Sagen hat und nicht mehr Du, dann lass uns gemeinsam anschauen, wo Du das Ruder zurückholst.



Mehr über meine Arbeit im 1:1 findest Du hier:


Herzlichst,

Joana 🌹

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